Was ist Obedience?

Die Hundesportdisziplin „Obedience" (engl. = Gehorsam) hat in Deutschland noch keine lange Geschichte.  Das Ursprungsland des Obedience ist England, wo es 1919 aus den „Working Trails" als eine Vielseitigkeitsprüfung für Hunde gebildet wurde. In Schweden, Dänemark, Norwegen, Finnland und Holland fand diese Hundesportart  schon vor teilweise 50 Jahren  begeisterte Anhänger, so dass 1987 die FCI-Generalversammlung die Einführung einer internationalen Gehorsamsprüfung beschloss.

In Deutschland wurde diese Hundesportart erst vor  ca.  20 Jahren populär. Seit April 2002 werden Obedience-Prüfungen durch eine  nationale Prüfungsordnung geregelt, deren neueste  Fassung am 1. Januar 2011 in Kraft getreten ist.

 

Gültig bis 2013

Obedience-Prüfungen können in 4 Klassen abgelegt werden:

Beginner, Klasse 1, Klasse 2 (VDH-Reglement) und Klasse 3 (FCI-Reglement).

Voraussetzung für die Teilnahme an der Beginner-Prüfung ist eine bestandene Begleithundeprüfung. Eine mit dem Werturteil „vorzüglich" abgelegte Prüfung berechtigt dann zum Start in der nächst höheren Klasse.

Die Übungen in den einzelnen Klassen sind

Beginner:

  1. Verhalten gegenüber anderen Hunden                                                             
  2. Stehen und Betasten  
  3. Gebiss zeigen
  4. Ablage in der Gruppe                        
  5. Leinenführigkeit         
  6. Freifolge
  7. Sitz aus der Bewegung                       
  8. Kommen auf Befehl     
  9. Zurücksenden zum Platz
  10. Bringen                                          
  11. Umgang Mensch-Hund 
     

Klasse 1:

  1. 1 Minute sitzen mit Sichtkontakt
  2. 3 Minuten liegen mit Sichtkontakt
  3. Leinenführigkeit
  4. Freifolge
  5. Platz aus der Bewegung (Viereck 8 x 8 m)
  6. Kommen auf Befehl
  7. Zurücksenden zum Platz
  8. Sprung über die Hürde
  9. Bringen
  10. Kontrolle auf Distanz
  11. Umgang Mensch-Hund
   

Klasse 2:

  1. 2 Minuten sitzen mit Sichtkontakt
  2. 3 Minuten liegen ohne Sichtkontakt
  3. Freifolge
  4. Sitz, Platz aus der Bewegung (Viereck 8 x 8 m)
  5. Kommen mit Steh
  6. Voraussenden in ein Viereck mit Hinlegen
  7. Apport über die Hürde (Holzapport)
  8. Metallapport
  9. Geruchsunterscheidung aus max. 6 Gegenständen
  10. Kontrolle auf Distanz
  11. Umgang Mensch-Hund

Klasse 3:

  1. 2 Minuten sitzen ohne Sichtkontakt
  2. 4 Minuten liegen ohne Sichtkontakt
  3. Freifolge
  4. Stehen, Sitzen und Platz aus der Bewegung
  5. Abrufen mit Stehen und Platz
  6. Voraussenden in ein Viereck
  7. Bringen auf Anweisung
  8. Metallapport über die Hürde
  9. Geruchsunterscheidung aus 6 Gegenständen
  10. Kontrolle auf Distanz

Einzelheiten zu den Wertungen der Übungen in den 4 Klassen regelt die aktuelle Prüfungsordnung.

 


 

Gültig ab 2012

 

Die komplette PO steht zum Downloaden auf der VDH Seite bereit

 

http://www.vdh.de/aktuelle-nachrichten.110.html


 

Während der einzelnen Übungen einer Obedience-Prüfung wird viel Wert auf ein harmonisches Arbeiten des Teams gelegt. Bewertet wird daher neben  Arbeitsfreude,  Präzision und  Schnelligkeit des Hundes auch der Umgang des Hundeführers mit seinem Hund.

 

Besonderheiten im Obedience sind:

  • Ein Ringsteward sagt sämtliche Prüfungsübungen, auch deren Beginn und Ende, an.
  • Es gibt kein festes Schema für die Fußarbeit. Die entsprechenden Elemente  (Richtungswechsel, Wendungen, Gangarten, Schrittfolgen und Figuren) müssen auf Anweisung des Ringstewards gezeigt werden.
  • In allen Klassen wird das ruhige Abliegen in der Gruppe geprüft, ab Klasse 1 auch das Absitzen in der Gruppe.
  • Die Nasenarbeit wird durch die „Geruchsunterscheidung" überprüft. Hierbei soll der Hund aus 6 gleichartigen Hölzchen dasjenige bringen, das den Geruch des Hundeführers hat.
  • Bei der Übung „Kontrolle auf Distanz" zeigt der Hund auf  Kommando Positions-wechsel, wobei der Hundeführer in 10 bzw. 15 m Entfernung vom Hund steht.

 

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